innside of life

tauschbörse

die anklage wiegt natürlich schwer: vernachlässigung. diese vorwürfe müssen selbstverständlich von der dependance singapur sofort zurück gewiesen werden. die angeklagte übernimmt ihre verteidigung selbst.

singapur - lomé. wir innsider leben in solch gegensätzlichen welten. in singapur herrscht ein zu viel an sicherheit, eine übertriebene wachsamkeit, die immer ein mulmiges gefühl bei mir hinterlässt.

und in lomé? c'est le bazar-là, quoi? ich bin für die einführung eines globalen rotationsprinzip.

ich biete: 24h singapur im tausch gegen buenos aires, lomé, la paz oder nancy (oder in welche unterwelt ist die mysteriöse caro k. abgetaucht?).

inklusive: masala dosa & mangolassie in little india, ein minzcocktail in einer stylischen roof-bar, tai chi und feng shui, shoppen. garantiert kein unsicherheitsgefühl oder verwicklung in suspekte situationen, alles clean und clear. keine bettler. kein unhygienisches essen oder stromausfall.

wer will?

als extraschmankerl (und nur für euch innsider): eine geile clubnacht mit rainer trüby, einem wahren künstler an den turntables und mein lieblingsDJ aus karlsruher tagen...wer kommt mit heute abend?

aussagekräftige bewerbungen für einen städtetausch bitte auf dieser seite. 



 

1 Kommentar 20.10.07 07:34, kommentieren

Mädels, innsideflife wird total vernachlässigt. Warum lasst Ihr nie von Euch hören? Und hat mal jemand ein Lebenszeichen von Caro erhalten? Ich glaub, die kennt unseren Blog immer noch nicht...

In Togo herrscht grad schlechte Stimmung. Wir verstecken uns alle zuhause uns sind betrübt. Heute habe ich mich für eine halbe Stunde ins Internetcafé um die Ecke gewagt, weil es in unserem Viertel ruhig bleibt. Gestern abend wurden im Radio die Wahlergebnisse der Parlamentswahlen vom Sonntag veröffentlicht und ganz Lomé ist enttäuscht. Obwohl sich alle sicher scheinen, dass die Oppositionspartei gewonnen haben müsste, proklamiert wieder einmal (seit über 35 Jahren) die Regierungspartei den Sieg für sich. An diesen Wahlen haben Hoffnungen gehangen, dass sich endlich etwas ändern wird. Togo steht seit über 15 Jahre beinahe gänzlich  ohne Entwicklungshilfe dar. Die EU hat versprochen, nachdem die togoische Regierung eine große Anzahl internationaler Wahlbeobachter zugelassen hat, die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen. Mir bleibt schleierhaft, wie dieses Ergebnis unter obigen Umständen zustande kommen konnte. Und die EU, die ihren Budgetplan schon längst aufgestellt hat, wird nun den Togo zukünftig wieder unterstützen. Und damit seine Regierung, die sich einen Scheißdreck um die Bevölkerung schehrt. Es gibt somit kaum Beschränkungen der Willkür dieser Regierung, die sich zudem aus einem einzigen Clan, den Kabyé zusammensetzt. Alle wissen, dass eigentlich die Opposition die Mehrheit der Stimmung erhalten haben müsste und niemand kann etwas tun. An jeder Kreuzung stehen Militärs, afrikanische Militärs... Nachdem diese 2005 nicht gezögert haben wahllos Zivilisten zu erschießen, verhalten sich die Sympathisanten der Opposition, die in Lomé sehr stark sind, relativ ruhig. Es scheint dennoch einige mutige oder verzweifelte Demonstranten in der Stadt nahe des Instituts zu geben, die wir aber nicht zu Gesicht bekommen. Denn wir befinden uns offiziell zu hause, in Qurantäne.

  Entschuldigt meinen Ton, aber ich bin wirklich enttäuscht. Als ich gestern abend unserem Wächter das Ergebnis mitteilte, konnte ich Tränen in seinen Augen erahnen. Er berichtete uns noch einmal aufgebracht von den "Ereignissen" 2005 und fügte hinzu: moi, même, j'ai perdu un frère la dernière foi. Und nur weil dieser zu einem ungfünstigen Zeitpunkt auf die Straße gegangen war.

Ich mache zum ersten Mal die Erfahrung, mich total unsicher zu fühlen, auch wenn ich hier zu hause keinerlei Angst um mich selbst habe. Aber Wut im Bauch über so viel Hilflosigkeit.

Nächstes mal hoffentlich erfreulichere Nouvelles aus Togo... 

Lasst von Euch hören!

2 Kommentare 18.10.07 14:48, kommentieren

In Afrika essen sie Hunde

- oder-

Einer geht noch, einer geht noch rein

Letztes Wochenende Togos Norden erkundet. Meine Güte, afrikanische Busfahrten: ich sage nur, "einer geht noch, einer geht noch rein"... Minivan mit doppelter Besetzung, der in jedem noch so popeligen Dorf anhält und noch jemanden einlädt. Ob Mama Afrika (die sich gerne breit machen und die beiden kleinen Weißen auf einen halben Sitz drängen, Baby oder Huhn. Nach dem Motto: einer geht noch, einer geht noch rein... Ich hatte gar nicht bemerkt, dass sich auch lebende Lebensmittel an Bord befanden, bis mich irgendwas in den Fuß pickte. Sehr zum amusement meiner afrikanischen Mitpassagiere, versteht sich. 

Am schönsten aber war’s in Bafilo, einem kleinen Dorf kurz vor Kara, wo Ingrid und ich Zwischenstop gemacht haben. Wir haben uns zwei  Zeds (Motos) gemietet und sind zu einem superschönen Wasserfall rausgefahren. Das ist wirklich mal Afrika aus dem Bilderbuch, verglichen mit Lomés Müllhalden. Erst durch ein Tal mit lauter Mangobäumen, Kokospalmen, Bananenstauden, Yamsbüschen, Hirse und ne Menge, was die Zedfahrer uns nicht ins Französische übersetzen konnten. Als auch unsere Supermotos nicht mehr weiterkamen sind wir dann gelaufen. Supermoto in dem Sinne, dass meines sogar sprechen konnte: wenn wir sowieso schon links abgebogen sind, ertönte: à gauche (mit amerikanischem Akzent, geil). Das ging dann mal wieder so voran: Die beiden Zedfahrer stratzen voran, zumal im Karem (Rhamadam, d.h. noch nicht mal getrunken den ganzen Tag) und wir kriechen dann nur so hinterher. Es war einfach tierisch heiß, schien den beiden aber nichts auszumachen. Und der Blick vom Wasserfall, wie aus Blood Diamond, wenn er am sterben ist und ins Tal runterschaut und sagt: das ist meine Erde, oder so was.

Bafilo selbst war auch total irre. Wirklich fernab von jeglichem europäischem Einfluss, selbst Lomé scheint hier Lichtjahre entfernt. Auf den Markt überhaupt kein Souvernirmist mehr, nur noch die bizarrsten Dinge zu futtern, das meiste lecker, der Innereienmarkt weniger. Und noch mal über die Hälfte billiger als in Lomé. Wir haben außerdem ein paar Frauen aus Niger gesehen, total irre beschmückt, sahen komplett anders aus, als Togoerinnen

In Kara angekommen, holte mich leider schon wieder die nächste Malaria ein und hat mich diesmal regelrecht niedergestreckt. Und dann stopft die Mama mir eine Maispampe nach der anderen rein und frittierte Bohnenbällchen und Omelette morgens um 6 Uhr. Und das, obwohl mir schon beim Gedanken an Essen kotzübel wurde. Habe mich dann schlafend gestellt um das Futtern zu umgehen und die nächsten Tage in Lomé in meinem Bett verbracht.

Das Wochenende haben wir Yovos uns zuhause versteckt, den gestern wurde gewählt. Wider unserer Ängste ist alles ruhig geblieben, jetzt heißt es, die Wahlergebnisse abzuwarten.

Drückt mir die Daumen und ich drücke Euch!

3 Kommentare 15.10.07 14:49, kommentieren

I was there!

Unglaublich aber wahr: ich war freitag bei einem konzert von molotov und hab "dáme, dáme, dáme, dáme todo el power, gime, gime, gime, gime todo el poder, ...." live gehoert!!!!!! uau! hab an ewige gitarrensessions am inn gedacht und mich gefreut, dass es euch gibt :-)

hab ja lang nix mehr von mir hoeren lassen, auch aufmeinem blog nich -aber das wird sich sehr bald aendern!

kurzform: praktikum stresst mich gerade ein bisschen, ansonsten gehts mir super und ich werde zur dauertanzmaus :-)))

besitos, queriditos, ¡les quiero muchísimo!

2 Kommentare 15.10.07 00:25, kommentieren

Jeune Afrique III

Babes, l’afrique is hot, hot, hot. Mir rinnt Soße den ganzen Tag nur so den Körper herunter. Habe nun bald alle kleinen Missstände, aus dem Lonely Planet live erlebt. Pünktlich zum Geburtstag gab es eine Portion Malaria, die ich jedoch wacker in die Flucht geschlagen habe. Die diversen Stromausfälle und Internetzusammenbrüche sind eigentlich nicht der Rede wert. Aber Wasserknappheit stellt uns dann doch vor ein stinkiges Problem. Um die deutsche Entwicklungshilfe scheint es wirklich schlecht bestellt zu sein. Strom ist auch in Togo teuer, anscheinend ZU teuer für den DED. Herr Komi (Mann für alles, vor allem Wächter und Kanickelbeauftragter) vermutet, dass unsere Stromrechnung nicht bezahlt wurde. Dabei hatte ich sogar wohlweislich freiwillig zwei Monatsmieten im Voraus gezahlt. Der deutsche Entwicklungsdienst braucht Hilfe... Zurück zu stinkenden Klos und kleinen Deutschen Mädels: mit Mineralwasser die Zähne zu putzen, ist ok. Wäschewaschen wird schwierig. Ich will ab Freitag eine kleine Reise gen Norden tun und habe nur noch Dreckwäsche.

Aber was kümmern Euch die kleinen Unannehmlichkeiten im Alltag einer fast Togoerin: mein schönstes schon recht häufig gefallene Kompliment ( neben: „Yovo, t’es belle, eeeeeeeeh, je vais te marier et tu m’emmène chez toi là“ : tu deviens togolaise, eeeeeeeeeeeh!

Kommen wir zum hot stuff: mir ist heute die Ehre zuteil geworden, die Bekanntschaft eines togoischen Königspaares zu machen. Und natürlich auch die, einiger Botschafter und togischer VIPs. Ganz schick in der deutschen Botschaft, pünktlich zum jour de la réunification allemande. Schick rumstehen, nett dreinschauen, Häppchen futtern und danach brav in die Reihe stellen, um sich den Leib mit Leberkäs, Rotkohl und anderen heimischen Köstlichkeiten zum bersten zu füllen. Mann war das gut. Nie wieder Maniok, nie wieder Maispampe. Naja, so lange bis das vorm Institut wieder so schön nach Maniok in ranzigem Fett duftet. Is ja schon lecker, muss ich sagen. Es ist Euch schon klar, dass „devenir togolaise“ auch eine gewisse Körperfülle beinhaltet... Damit Mama Afrika noch etwas auf sich warten lässt, schwinge ich regelmäßig das Tanzbein. Letzte Reihe im Tanzkurs bei Kossi. Aber für ne Yovo schlage ich mich noch ganz gut, bzw. übe mich in der Technik, mich geschickt zu verstecken, wenn vorgetanzt wird. Das sieht dann so aus:

Vorne: Gestählte afrikanische Körper verbiegen sich ins Unermessliche, den Rhythmus scheinbar im Herzschlag integriert, und wischen sich lässig das ein oder andere Tröpfchen Schweiß von der Stirn.

Hinten: 5 käsige, steife Yovos versuchen krampfhaft sowohl ihr fehlendes Rhytmusgefühl, als auch die Schweißlache unter ihren Füßen zu kaschieren, ohne den ganzen Laden aufzuhalten., der nur aus uns und den Megatänzern/Innen besteht. So isses. Aber gut.

2 Kommentare 4.10.07 10:07, kommentieren

Hello!
Hier melden sich die zurückgebliebenen.
Kathi und Vicky
von der Station Buenos Aires!


und wo sind rune, christine und juanca? also hier sind sie jedenfalls nicht. hier herrscht gähnende leere, stille, still ruht der See. aber wir waren auch schon zu fünft und da gings heiß her, die post ab, remmi demmi, halli galli, gesern fiesta, heute siesta. so ungefähr. na und wir ham gar kein foto wo wir alle 5 alleine und mit tshirt druff sind.aber heut haben wir extra noch eins geschossen, gemacht, aufgenommen, siehe flickr. zu dritt leider nur,aber in gedanken auch bei chrissi, die im norden die kakteen bespringt und staub aufwirbelt. 

in alle himmelsrichtungen haben sie das weite gesucht. auch mein (kathi)  mitbewohni, der anibal, der karate-anibal aus dem japanischen garten, der sitzt im bus nach patagonien. auch den vermissen wir schon!! und nicky der war genauso schnell weg wie er gekommen ist. naja. männer. und die nächste große veränderung, die wird die vicky bescheren mit ihrem umzug in ein wunderschönes kleines (nach Rune "mediteranes Flair"-) 
Häuschen mitten zwischen den ganze riesengroßen Häusern, Bauten, Türmen. Hübsch, kleines Blumenbeet, wo ein ganzer Strauch draufpasst. Dachterrasse, wo wir am Freitag schon zum Grillen waren und naja, das Zimmer ist eigentlich eine Garage, Autostellplatz, aber ohne Auto, also Platz für mich, Vicky.

so und jetzt habe ich, kathi, zum ersten mal seit anfang juli mein zimmer wieder für mich allein und die familie die ist geschrumpft, ABER da kam dann die lea ausm saarland und tataaaa die kannt ich schon aus berlin, das warn ding! lea ist meine neue mitbewohnerin, die dritte seit april, time is running....

und jetzt Time to say Goodbye, denn Kate muss morgen um 7 ausm Haus und Vicky um halb 9. We love you and greet Rico in the house - pass gut drauf auf!!!!

In Liebe und in Buenos Aires,

Kat Cat und Vick Schnick





2 Kommentare 24.9.07 05:05, kommentieren

Africa news II
 
Hier ist ein Tag so saumäßig schön, wie manche Momente furchtbar sind!
Gestern haben wir einen afrikanischen Strandausflug gemacht, Melanie aus dem Institut, ihre Gastfamilie und ich. d.h. : mind. 2 Taxiladungen von Leuten in einem Taxi untergebracht, ein ganzes Festmahl unterm Arm geklemmt. Maman ist erst einmal eine Stunde später zum Taxitreffpunkt getrudelt, weil sie noch so viel kochen musste. Ich habe das Gefühl, man geht nirgendwo länger als eine Stunde hin, ohne mindestens ein komplettes Abendessen im Gepäck. Melanie und ich waren natürlich wieder die einzigen, die Schwimmen gegangen sind. Maoli, Melanies Freund hat mir erklärt, dass ein Kind, das Schwimmen geht, seinen Eltern signalisiert, dass es sie verlassen wird. Weil die Togoer, die nicht schwimmen können, was die Mehrheit ist, davon ausgehen, dass das Meer sie einfängt und nicht mehr hergibt. 
Nach und nach trauten sich dann doch ein paar Familienmitglieder sich samt ihrer Klamotten an den Strand zu legen und sich immer wieder von den Wellen überspülen zu lassen. Was anderes kann man hier auch kaum machen, weil die Strömung wirklich unglaublich stark ist.
Die Leute hängen einfach so am Strand rum und picknicken, in angemessenem Sicherheitsabstand vom Wasser. Vorbei läuft alles, was das Herz begehrt. Taschentücher, Orangen, Flipflops... Orangen sind hier übrigens der Hit. Sie werden ganz dünn geschält, oben ein Loch hineingeschnitten und dann ausgelutscht. Den ganzen Tag gibt es auf der Straße vor dem Institut also frischen Orangensaft.
Später sind Melanie und ich am Strand geritten, Barfuß... Yeah!
Nur, dass den Tieren die Knochen unter dem Fell hervorstehen und meines sogar im Maul blutete. Die „Reiterjungs“ treiben die Tiere den ganzen Tag im Galopp über den Strand bis jemand schreit, dass er reiten möchte und dann wird der Preis verhandelt. 
Am Strand vegetieren aber auch die Obdachlosen und Geisteskranken vor sich hin.
Als ich die Maman fragte, was mit der Frau sei, die da seit Stunden in der Sonne lag und total weggetreten wirkte oder ein ziemlich abgemagerter Mann, der sich versuchte im Meer zu waschen, sagte sie nur: die sind nicht normal. Das ist ein großes Problem hier, dass Behinderte und psychisch Kranke keine Akzeptanz finden und meistens von ihren Familien versteckt werden. Neulich hat eine Frau ihr Projekt bei uns vorgestellt, die Behinderte betreut und nun mit ihnen eine Theateraufführung im Institut plant, um in der Öffentlichkeit zu zeigen, qu’il peuvent faire des choses.
Natürlich gibt es auch einen eingezäunten „Crystal Plage“, zu dem nur Reiche Togoer und Weiße Eintritt bekommen. Schattenplatz für 4000, wer in der Sonne bleibt, spart 2000. Als Vergleich: Melanies Familie lebt ca. eine halbe Stunde vom Strand. Das Taxi hin- und her hat für alle 3000 gekostet.

 Na dann, wünsche ich den Iberoverrückten ein schönes Wiedersehen und uns Normalos nicht allzuviel Sehnsucht!

Lasst mal wieder von Euch hören! 
 
 

2 Kommentare 17.9.07 09:55, kommentieren