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News aus Afrique:

 

Mal gespannt, ob sie Euch erreichen werden, habe allerdings erst einen Stromausfall miterlebt. Das ist hier alles halt a weng afrikanisch. Im Moment kannst du zum Beispiel nicht aus Togo hinaustelefonieren, denn es wird schon einmal für die Parlamentswahlen geübt, die in drei Wochen geplant sind. Das Telekommunikationsministerium kappt dann nämlich üblicherweise alle internationalen Leitungen. Muss ja auch nicht jeder wissen, wie viel Spaß demokratische Wahlen in Togo machen. Die Goethestagiaires haben während der Présidentielles 2005 Asyl in Ghana gesucht, weil die deutsche Botschaft ihrerseits einem Oppositionskandidaten Exil gewährt hatte....

Aber diesmal wird alles gut, sagt die UN! Ca va aller!

Nachdem ich den ersten Schock über den ganzen Dreck und das Chaos (was eigentlich gar keines ist, sich nur meines Fassungsvermögens entzieht) überwunden habe, habe ich eigentlich viel zu lachen. Über die Pfützen, die das Moped fast umhauen und auch das ständige „Yovo“, was wohl „Weiße“ heißt, auch wenn die Taxis dir beinahe die Füße abfahren, ca va aller. Auch Handeln geht schon ganz gut. Die Jungs versuchen eben ständig, Dich abzuziehen, prix de yovo, eben.  aber es gibt da auch ganz gute Tricks. Gestern war ich das erste Mal am Strand mit einer anderen Praktikantin und Giselle aus Togo, auch eine Kollegin. Wir düsen zu siebt im Taxi bei französischem Schlager aus der Stadt heraus, während ich das Gefühl hatte, jeden Kiesel unterm Hintern zu fühlen. Schon witzig, irgendwie. Und auf der Rückfahrt wollte der Fahrer dann gleich mal über tausend Francs mehr haben, weil er uns Weiße gesehen hatte. Beim nächsten Taxi haben wir uns einfach so lange versteckt, bis Giselle den Preis ausgehandelt hatte.

Ansonsten ist das schon Afrika aus dem Bilderbuch (wenn man sich den Dreck und Gestank wegdenkt). Die Leute haben wirklich Humor und lachen viel mehr, auch wenn sie im Moment eigentlich nüscht zu lachen hätten. Die wollen Dir immer irgendwie helfen oder deine „Connaissance“ machen, also die Jungs jedenfalls. Für alle Passaufrustrierten: Hier könnt Ihr an jeder Straßenkreuzung eine Nummer einsacken. Aber bitte nicht anrufen, sonst evtl. Heiratsantrag inklusive.

Und das Getanze ist auch nicht nur ein Klischee. Samstag war ich mit Ingrid (Mitbewohnerin und Mitpraktikantin) in der Disse. Meine Güte! Shake dat ting. Dann muss immer einer in die Mitte und hat seine 15 minutes of fame. Und die gehen ab.

Bin froh, Ingrid zu kennen. Viele andere Deutsche bleiben nämlich unter sich und gehen nur zum Weißenstrand und würden nie mit Togoern ausgehen. Aber Ingrid kennt eine ganze Gruppe von Leuten und da habe ich mich total sicher gefühlt. Alleine hätten wir natürlich nicht gehen können.

Selbst am Strand wurden ab 15 Uhr die Booties geshaked. Ingrid und ich haben uns dann von ein paar Kindern mitreißen lassen und der halbe Strand hat uns ausgelacht, als wir versucht haben, einigermaßen den Hintern zu bewegen. Da sind halt keine Yovos und die tanzen schon gar nicht. Und die Babies: zum Knutschen. Ein Mädchen hat ganz ungläubig meine Leberflecken angestarrt und gefragt, was ich denn da Komisches hätte. Und als ich später ein kleines Kind gesucht habe, die mit uns mitgefahren ist, fasst sie meinen Arm an und dann ihren und fragt, ob das Mädchen so sei wie ich, oder wie sie. Ich nehme ein paar mit, ne Caro?

 Dann waren wir Schwimmen und auf einmal drehe ich mich um und sehe den ganzen Strand gesäumt mit Leuten und Kindern, die sich über die komischen Yovos wundern und uns, wieder einmal, auslachen. Komme mir hier manchmal vor, wie ein Ausstellungsstück.  

Lasst uns doch bald mal skypen. Kann eigentlich immer zwischen 14 und 16 Uhr ins Internet. Zeitzone GMT –1, also zwei Stunden hinter Bayern.

Habe große Lust, euch mal zu hören.

Gros bisous

1 Kommentar 11.9.07 13:03, kommentieren

auf nach Buenos Aires!

Juchheee, morgen gehts los zum grossen Innstrassentreff in der grossen, grossen argentinischen Stadt!!!

Aber das heisst auch, dass meine BrasilZeit schon wieder vorbei ist

Das ging definitiv viel zu schnell.... Ich habe jetzt noch ein paar Tage in Açú verbracht, wo ich waehrend meines Austauschjahres gewohnt hab und fuehle mich gerade so angenehm heimelig heimisch hier in Brasil, will gar nicht wieder weg!

Jedoch - nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag laehmender Gewoehnung sich entraffen...

So denn, auf zu neuen Ufern!

 

 

14.9.07 07:34, kommentieren

Africa news II
 
Hier ist ein Tag so saumäßig schön, wie manche Momente furchtbar sind!
Gestern haben wir einen afrikanischen Strandausflug gemacht, Melanie aus dem Institut, ihre Gastfamilie und ich. d.h. : mind. 2 Taxiladungen von Leuten in einem Taxi untergebracht, ein ganzes Festmahl unterm Arm geklemmt. Maman ist erst einmal eine Stunde später zum Taxitreffpunkt getrudelt, weil sie noch so viel kochen musste. Ich habe das Gefühl, man geht nirgendwo länger als eine Stunde hin, ohne mindestens ein komplettes Abendessen im Gepäck. Melanie und ich waren natürlich wieder die einzigen, die Schwimmen gegangen sind. Maoli, Melanies Freund hat mir erklärt, dass ein Kind, das Schwimmen geht, seinen Eltern signalisiert, dass es sie verlassen wird. Weil die Togoer, die nicht schwimmen können, was die Mehrheit ist, davon ausgehen, dass das Meer sie einfängt und nicht mehr hergibt. 
Nach und nach trauten sich dann doch ein paar Familienmitglieder sich samt ihrer Klamotten an den Strand zu legen und sich immer wieder von den Wellen überspülen zu lassen. Was anderes kann man hier auch kaum machen, weil die Strömung wirklich unglaublich stark ist.
Die Leute hängen einfach so am Strand rum und picknicken, in angemessenem Sicherheitsabstand vom Wasser. Vorbei läuft alles, was das Herz begehrt. Taschentücher, Orangen, Flipflops... Orangen sind hier übrigens der Hit. Sie werden ganz dünn geschält, oben ein Loch hineingeschnitten und dann ausgelutscht. Den ganzen Tag gibt es auf der Straße vor dem Institut also frischen Orangensaft.
Später sind Melanie und ich am Strand geritten, Barfuß... Yeah!
Nur, dass den Tieren die Knochen unter dem Fell hervorstehen und meines sogar im Maul blutete. Die „Reiterjungs“ treiben die Tiere den ganzen Tag im Galopp über den Strand bis jemand schreit, dass er reiten möchte und dann wird der Preis verhandelt. 
Am Strand vegetieren aber auch die Obdachlosen und Geisteskranken vor sich hin.
Als ich die Maman fragte, was mit der Frau sei, die da seit Stunden in der Sonne lag und total weggetreten wirkte oder ein ziemlich abgemagerter Mann, der sich versuchte im Meer zu waschen, sagte sie nur: die sind nicht normal. Das ist ein großes Problem hier, dass Behinderte und psychisch Kranke keine Akzeptanz finden und meistens von ihren Familien versteckt werden. Neulich hat eine Frau ihr Projekt bei uns vorgestellt, die Behinderte betreut und nun mit ihnen eine Theateraufführung im Institut plant, um in der Öffentlichkeit zu zeigen, qu’il peuvent faire des choses.
Natürlich gibt es auch einen eingezäunten „Crystal Plage“, zu dem nur Reiche Togoer und Weiße Eintritt bekommen. Schattenplatz für 4000, wer in der Sonne bleibt, spart 2000. Als Vergleich: Melanies Familie lebt ca. eine halbe Stunde vom Strand. Das Taxi hin- und her hat für alle 3000 gekostet.

 Na dann, wünsche ich den Iberoverrückten ein schönes Wiedersehen und uns Normalos nicht allzuviel Sehnsucht!

Lasst mal wieder von Euch hören! 
 
 

2 Kommentare 17.9.07 09:55, kommentieren

Hello!
Hier melden sich die zurückgebliebenen.
Kathi und Vicky
von der Station Buenos Aires!


und wo sind rune, christine und juanca? also hier sind sie jedenfalls nicht. hier herrscht gähnende leere, stille, still ruht der See. aber wir waren auch schon zu fünft und da gings heiß her, die post ab, remmi demmi, halli galli, gesern fiesta, heute siesta. so ungefähr. na und wir ham gar kein foto wo wir alle 5 alleine und mit tshirt druff sind.aber heut haben wir extra noch eins geschossen, gemacht, aufgenommen, siehe flickr. zu dritt leider nur,aber in gedanken auch bei chrissi, die im norden die kakteen bespringt und staub aufwirbelt. 

in alle himmelsrichtungen haben sie das weite gesucht. auch mein (kathi)  mitbewohni, der anibal, der karate-anibal aus dem japanischen garten, der sitzt im bus nach patagonien. auch den vermissen wir schon!! und nicky der war genauso schnell weg wie er gekommen ist. naja. männer. und die nächste große veränderung, die wird die vicky bescheren mit ihrem umzug in ein wunderschönes kleines (nach Rune "mediteranes Flair"-) 
Häuschen mitten zwischen den ganze riesengroßen Häusern, Bauten, Türmen. Hübsch, kleines Blumenbeet, wo ein ganzer Strauch draufpasst. Dachterrasse, wo wir am Freitag schon zum Grillen waren und naja, das Zimmer ist eigentlich eine Garage, Autostellplatz, aber ohne Auto, also Platz für mich, Vicky.

so und jetzt habe ich, kathi, zum ersten mal seit anfang juli mein zimmer wieder für mich allein und die familie die ist geschrumpft, ABER da kam dann die lea ausm saarland und tataaaa die kannt ich schon aus berlin, das warn ding! lea ist meine neue mitbewohnerin, die dritte seit april, time is running....

und jetzt Time to say Goodbye, denn Kate muss morgen um 7 ausm Haus und Vicky um halb 9. We love you and greet Rico in the house - pass gut drauf auf!!!!

In Liebe und in Buenos Aires,

Kat Cat und Vick Schnick





2 Kommentare 24.9.07 05:05, kommentieren