innside of life

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erste

im neuen jahr!!! wünsche euch allen natürlich nur das beste, tollste, schönste, bewegendste, erfüllendste...

und überhaupt: kommt einfach gesund & glücklich wieder zurück in die heimat!

in passau ist es noch gar nicht so kalt wie befürchtet. der inn fließt so malerisch wie erwartet vor meinem fenster. abends grüßen feierlich die fackeln vor dem innstegcafé. fast alles so wie früher. auch frau schwindel wird gelegentlich noch gesichtet. auf dem campus jedoch blicke ich in unbekannte gesichter. die erstsemester meines indokurses sind inzwischen auch schon im dritten. und die bachelor-leute werden im frühjahr alle fertig. frage: gehören wir nun zu den alten semestern?

was gibt es noch neues? nicht viel. die mensa versucht ihre attraktivität jetzt mit 1 euro-gerichten zu steigern. ich ahne: die werden auch nicht besser schmecken als der rest. demnächst kann man nur noch mit der mensacard kopieren. die kopierkarte könnt ihr also getrost im ausland verlieren. das beste: bayern ist nun auch rauchfreie zone. stinken war gestern.

eine kleine, traurige nachricht noch zum schluss: unser geliebter papierladen schließt am 15. januar.

vera, die in passau verbliebene 

1 Kommentar 3.1.08 13:45, kommentieren

Kamerun kann kommen- oder ist schon da!

Babes, I miss you like hell. Aber ansonsten geht's mir jut, hier in Kamerun.

Der Abschied in Lomé ist mir ziemlich schwergefallen. Die Togoer sind schon ein tolles Völkchen.Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich im April nur für zwei Tage zurückgehe mach Lomé, um von dort meinen Flug nach München anzutreten. Aber dann, finally, kann ich Euch wieder in meine Arme schießen. Ich werde schon ganz sentimental bei dem Gedanken...

Ich bin in Baffoussam stationiert. Einem Drecksloch in der Provinz. Hier herrscht die Saison des Harmattans, dass sind Sandwinde, die die ganze Landschaft verdrecken. Ist wie afrikanischer Staubschnee. Und dadurch ist es hier richtig kalt, manchmal. Kälter als ich je gedacht hätte. Das sind ganz heimatliche alt- neue Erfahrungen: Nachts unter die Decke kuscheln, warm duschen, und Jeans!!! Natürlich passe ich in meine mitgebrachte nicht mehr rein, aber bin seit ein paar Tagen stolze Besitzerin einer knackigen perfekt gefälschten Hose. Ich will meinen afrikanischen Hintern aber sowieso bald wieder loswerden. Verachen, alles Brigitte, oder was? Ich in jedenfalls dabei. Das Fiese ist, dass mich das Alter schon einholt, so scheint es. Ich futter längst nicht mehr die Mengen, die ich in passau manchmal verdrückte, aber das Bäuchlein rundet sich zunehmend und zwar ohne Schokobaby. Tut mir leid, Caro.

Muss ich wohl aufs tolle Obst zurückgreifen: es ist bald Mangosaison!!! Wir leben hier in der fruchtbarsten Agrarregion in ganz Kamerun, die ganz Zentralafrika beliefert. 

Doch, es lebt sich gut in Kamerun mit einem Praktikantengehalt der GTZ. Auch wenn ich eine gute Summe davon schon aug meiner Ghanareise verprasst habe. Ich habe eine billige 3- Zimmerwohnung gefunden, die ich mit meiner Kollegin Madeleine teilen werde. Ein Bett habe ich mir von einem Kollegen gemietet.
Heute wurden wir bon einem Bürgermeister auf dem Dorf zum Essen eingeladen. Es gab furchtbar fettige Ziege (und zwar Teile, von denen ich nicht wissen will, was sie eigentlich waren), die ich mir mit guter Miene runtergewürgt habe und dann schnelle meinte, ich sei schon satt, und ganz leckeren Most, der aus einer Wurzel gewonnen wird. Den Afrikanern macht das nicht aus, aber ich war schon leicht angetrunken, beim nächsten Treffen....
Ist schon echt verrückt hier, manchmal. Heute haben wir außerdem einen Staudamm besichtigt und meiner Kollegin ist eine grüne Mamba vor die Füße gekrochen, hochgiftig. Die ist schreiend zur Seite gesprungen und die Schlange war gottseidank anscheinend nicht hungrig...
Mannomann, hier gibt's auch Vipern und Boas.  Ich denke lieber nicht daran und halte mich vom Gestrüpp fern...
Die Arbeit ist ziemlich anspruchsvoll und ich blicke durch die ganzen Stukturen nicht durch. Die Kollegen sind zwar nett und setzen mich auch nicht unter Druck, aber würden Eigeninitiative begrüßen. Ich merke nur aber, das mir die Grundlagen fehlen. Ich weiß nicht, was nun der Unterschied zwischen Dezentralisierung und Dekonzentration ist, oder  wie eine Mehrwert-oder Lohnsteuer berechnet wird. Da bringen mir meine lausigen 2 Semester Wirtschaft leider gar nichts, ne Mädels? Aber wenigstens motiviert mich das ein bisschen, nächstes Semester Gas zu geben. Mal sehen, wie lange das anhält.
Manchmal hätte ich gern eine versteckte Kamera, um Euch die ganzen Kuriositäten hier zu zeigen. Aber ich traue mich meistens nichtzu fotografieren. Die Leute möchten nicht, das ihre Armut portätiert wird und haben Angst, dass wir irgendwelche Fotokalender mit ihren Bildern in Europa vermarkten. Außerdem sind auch meine Kollegen total genervt von dem Bild von Afrika, wie es in Europa präsentiert wird. Ich habe noch keine hungernden Kinder gesehen. Es gibt ja auch nur in der Sahelzone wirklich Dürren. Aber man sieht schon manchmal schockierende Dinge. Die Geisteskranken laufen oft nackt durch die Straßen, völlig unbeachtet von den Mitmenschen...
Ich muss los, habe noch ein bisschen was vorzubereiten für morgen. Morgen ist Madeleine nicht mit dabei bei unserer Tour in zwei Kommunen und ich muss ihren Teil erklären. Das heißt die regionale Wirtschaftsentwicklung. Ich und Wirtschaft, Mascha und Zahlen:-)
 Es geht dabei aber auch um ganz banale Dinge, wie die Organisation der Märkte. Wir veranstalten zum Beispiel Seminare dazu, dass die Verkäufer gleicher Produkte am gleichen Marktplatz ihre Ware anbieten. Und nicht die Pestizide neben Ölen oder offenen Salzfässer lagern. Oder Lassen Klos bauen, oder Wasserleitungen legen, damit die hygienische Situation auf dem Markt verbessert wird. Alles mit dem Oberziel die Wirschaft anzukurbeln, damit die Gemeindeeinnahmen aus den Steuern zu erhöhen und somit die Armut in den Kommunen zu reduzieren. Denn durch die neuen Dezentralisierungsgesetze müssen die Kommunen selbstständiger ihre Finanzen verwalten und aufbringen, haben so aber auch mehr Macht gegenüber der Regierung. Nur, dass die Bürgermeister damit nichts anzufangen wissen. Deswegen organisieren wir Coachings, um zu klären, welche neuen Aufgaben das Personal bewältigen muss.
Ist eine tolle Arbeit. Nur die Erfolge kommen nur ganz langsam. Aber das ist wohl die sogenannte partizipative Entwicklung. Wenn wir einfach ein paar Tausend Euros spenden würden, würden die wohl im Sande versickern und die Verantwortlichen  würden nie lernen, wie sie sich selbst helfen können. Die GTZ arbeitet wie ein Beratungsunternehmen. Aberf was rede ich noch, sidn ja alles hochgebildetete Kuwinen, unter unsereins, wa? Wir machen keine Vorschläge, sondern analysieren gemeinsam mit den Bürgermeistern die speziellen Probleme und bieten dann unsere technische Hilfe an, keine Finanzielle. Ich bin eine kleine Jensine, auch wenn der das bestimmt um längen professioneller managen würde.
Ick muss jetze mal rübermachen, Schnicksis. Hier die Nummer für alle Fälle: 0037 74182811
Ick drücke Euch!!!

2 Kommentare 14.1.08 17:35, kommentieren