innside of life

Jeune Afrique III

Babes, l’afrique is hot, hot, hot. Mir rinnt Soße den ganzen Tag nur so den Körper herunter. Habe nun bald alle kleinen Missstände, aus dem Lonely Planet live erlebt. Pünktlich zum Geburtstag gab es eine Portion Malaria, die ich jedoch wacker in die Flucht geschlagen habe. Die diversen Stromausfälle und Internetzusammenbrüche sind eigentlich nicht der Rede wert. Aber Wasserknappheit stellt uns dann doch vor ein stinkiges Problem. Um die deutsche Entwicklungshilfe scheint es wirklich schlecht bestellt zu sein. Strom ist auch in Togo teuer, anscheinend ZU teuer für den DED. Herr Komi (Mann für alles, vor allem Wächter und Kanickelbeauftragter) vermutet, dass unsere Stromrechnung nicht bezahlt wurde. Dabei hatte ich sogar wohlweislich freiwillig zwei Monatsmieten im Voraus gezahlt. Der deutsche Entwicklungsdienst braucht Hilfe... Zurück zu stinkenden Klos und kleinen Deutschen Mädels: mit Mineralwasser die Zähne zu putzen, ist ok. Wäschewaschen wird schwierig. Ich will ab Freitag eine kleine Reise gen Norden tun und habe nur noch Dreckwäsche.

Aber was kümmern Euch die kleinen Unannehmlichkeiten im Alltag einer fast Togoerin: mein schönstes schon recht häufig gefallene Kompliment ( neben: „Yovo, t’es belle, eeeeeeeeh, je vais te marier et tu m’emmène chez toi là“ : tu deviens togolaise, eeeeeeeeeeeh!

Kommen wir zum hot stuff: mir ist heute die Ehre zuteil geworden, die Bekanntschaft eines togoischen Königspaares zu machen. Und natürlich auch die, einiger Botschafter und togischer VIPs. Ganz schick in der deutschen Botschaft, pünktlich zum jour de la réunification allemande. Schick rumstehen, nett dreinschauen, Häppchen futtern und danach brav in die Reihe stellen, um sich den Leib mit Leberkäs, Rotkohl und anderen heimischen Köstlichkeiten zum bersten zu füllen. Mann war das gut. Nie wieder Maniok, nie wieder Maispampe. Naja, so lange bis das vorm Institut wieder so schön nach Maniok in ranzigem Fett duftet. Is ja schon lecker, muss ich sagen. Es ist Euch schon klar, dass „devenir togolaise“ auch eine gewisse Körperfülle beinhaltet... Damit Mama Afrika noch etwas auf sich warten lässt, schwinge ich regelmäßig das Tanzbein. Letzte Reihe im Tanzkurs bei Kossi. Aber für ne Yovo schlage ich mich noch ganz gut, bzw. übe mich in der Technik, mich geschickt zu verstecken, wenn vorgetanzt wird. Das sieht dann so aus:

Vorne: Gestählte afrikanische Körper verbiegen sich ins Unermessliche, den Rhythmus scheinbar im Herzschlag integriert, und wischen sich lässig das ein oder andere Tröpfchen Schweiß von der Stirn.

Hinten: 5 käsige, steife Yovos versuchen krampfhaft sowohl ihr fehlendes Rhytmusgefühl, als auch die Schweißlache unter ihren Füßen zu kaschieren, ohne den ganzen Laden aufzuhalten., der nur aus uns und den Megatänzern/Innen besteht. So isses. Aber gut.

4.10.07 10:07

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


vera (14.10.07 15:28)
mascha, ma chère. unsere welten könnten gegensätzlicher wohl kaum sein. umso spannender und eindrucksvoller deine berichte! was ist denn eigentlich aus den wahlen geworden? musstest du evakuiert werden?
von belle afrique kriege ich hier ja über die nachrichtenagenturen nur flüchtlingsströme aus dem sudan und irgendwelche regierungsbesuche wichtiger westler mit. j'aime ce que t'écris, chérie...
rewa

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