innside of life

In Afrika essen sie Hunde

- oder-

Einer geht noch, einer geht noch rein

Letztes Wochenende Togos Norden erkundet. Meine Güte, afrikanische Busfahrten: ich sage nur, "einer geht noch, einer geht noch rein"... Minivan mit doppelter Besetzung, der in jedem noch so popeligen Dorf anhält und noch jemanden einlädt. Ob Mama Afrika (die sich gerne breit machen und die beiden kleinen Weißen auf einen halben Sitz drängen, Baby oder Huhn. Nach dem Motto: einer geht noch, einer geht noch rein... Ich hatte gar nicht bemerkt, dass sich auch lebende Lebensmittel an Bord befanden, bis mich irgendwas in den Fuß pickte. Sehr zum amusement meiner afrikanischen Mitpassagiere, versteht sich. 

Am schönsten aber war’s in Bafilo, einem kleinen Dorf kurz vor Kara, wo Ingrid und ich Zwischenstop gemacht haben. Wir haben uns zwei  Zeds (Motos) gemietet und sind zu einem superschönen Wasserfall rausgefahren. Das ist wirklich mal Afrika aus dem Bilderbuch, verglichen mit Lomés Müllhalden. Erst durch ein Tal mit lauter Mangobäumen, Kokospalmen, Bananenstauden, Yamsbüschen, Hirse und ne Menge, was die Zedfahrer uns nicht ins Französische übersetzen konnten. Als auch unsere Supermotos nicht mehr weiterkamen sind wir dann gelaufen. Supermoto in dem Sinne, dass meines sogar sprechen konnte: wenn wir sowieso schon links abgebogen sind, ertönte: à gauche (mit amerikanischem Akzent, geil). Das ging dann mal wieder so voran: Die beiden Zedfahrer stratzen voran, zumal im Karem (Rhamadam, d.h. noch nicht mal getrunken den ganzen Tag) und wir kriechen dann nur so hinterher. Es war einfach tierisch heiß, schien den beiden aber nichts auszumachen. Und der Blick vom Wasserfall, wie aus Blood Diamond, wenn er am sterben ist und ins Tal runterschaut und sagt: das ist meine Erde, oder so was.

Bafilo selbst war auch total irre. Wirklich fernab von jeglichem europäischem Einfluss, selbst Lomé scheint hier Lichtjahre entfernt. Auf den Markt überhaupt kein Souvernirmist mehr, nur noch die bizarrsten Dinge zu futtern, das meiste lecker, der Innereienmarkt weniger. Und noch mal über die Hälfte billiger als in Lomé. Wir haben außerdem ein paar Frauen aus Niger gesehen, total irre beschmückt, sahen komplett anders aus, als Togoerinnen

In Kara angekommen, holte mich leider schon wieder die nächste Malaria ein und hat mich diesmal regelrecht niedergestreckt. Und dann stopft die Mama mir eine Maispampe nach der anderen rein und frittierte Bohnenbällchen und Omelette morgens um 6 Uhr. Und das, obwohl mir schon beim Gedanken an Essen kotzübel wurde. Habe mich dann schlafend gestellt um das Futtern zu umgehen und die nächsten Tage in Lomé in meinem Bett verbracht.

Das Wochenende haben wir Yovos uns zuhause versteckt, den gestern wurde gewählt. Wider unserer Ängste ist alles ruhig geblieben, jetzt heißt es, die Wahlergebnisse abzuwarten.

Drückt mir die Daumen und ich drücke Euch!

15.10.07 14:49

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(15.10.07 15:12)
Jetzt habe ich die Hunde vergessen: wollte noch erzählen, dass ich in Kara gesehen habe, wie ein Jüngling einen Hund auf's Lagerfeuer schmiss. Ich dachte aus hygienischen Gründen weil das arme Tier verreckt sei. Falsch gedacht, Hundefleisch sei köstlich und besonders beliebt bei Heranwachsenden, die einmal ihre volle Manneskraft entfalten wollen. Auch Ratten, mhm, ein Leckerbissen. Nun denn, nie wieder Hunger in der Innstraße!


(4.11.07 16:28)
Mascha, hast du da auch die Probe aufs Exempel gemacht? Igittigitt....naja, andere Länder, andere Sitten und warum eigentlich nicht...
Hoffentlich hast du deine Malaria wieder gut überstanden und fängst dir keine weiteren ein.

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