innside of life

Mädels, innsideflife wird total vernachlässigt. Warum lasst Ihr nie von Euch hören? Und hat mal jemand ein Lebenszeichen von Caro erhalten? Ich glaub, die kennt unseren Blog immer noch nicht...

In Togo herrscht grad schlechte Stimmung. Wir verstecken uns alle zuhause uns sind betrübt. Heute habe ich mich für eine halbe Stunde ins Internetcafé um die Ecke gewagt, weil es in unserem Viertel ruhig bleibt. Gestern abend wurden im Radio die Wahlergebnisse der Parlamentswahlen vom Sonntag veröffentlicht und ganz Lomé ist enttäuscht. Obwohl sich alle sicher scheinen, dass die Oppositionspartei gewonnen haben müsste, proklamiert wieder einmal (seit über 35 Jahren) die Regierungspartei den Sieg für sich. An diesen Wahlen haben Hoffnungen gehangen, dass sich endlich etwas ändern wird. Togo steht seit über 15 Jahre beinahe gänzlich  ohne Entwicklungshilfe dar. Die EU hat versprochen, nachdem die togoische Regierung eine große Anzahl internationaler Wahlbeobachter zugelassen hat, die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen. Mir bleibt schleierhaft, wie dieses Ergebnis unter obigen Umständen zustande kommen konnte. Und die EU, die ihren Budgetplan schon längst aufgestellt hat, wird nun den Togo zukünftig wieder unterstützen. Und damit seine Regierung, die sich einen Scheißdreck um die Bevölkerung schehrt. Es gibt somit kaum Beschränkungen der Willkür dieser Regierung, die sich zudem aus einem einzigen Clan, den Kabyé zusammensetzt. Alle wissen, dass eigentlich die Opposition die Mehrheit der Stimmung erhalten haben müsste und niemand kann etwas tun. An jeder Kreuzung stehen Militärs, afrikanische Militärs... Nachdem diese 2005 nicht gezögert haben wahllos Zivilisten zu erschießen, verhalten sich die Sympathisanten der Opposition, die in Lomé sehr stark sind, relativ ruhig. Es scheint dennoch einige mutige oder verzweifelte Demonstranten in der Stadt nahe des Instituts zu geben, die wir aber nicht zu Gesicht bekommen. Denn wir befinden uns offiziell zu hause, in Qurantäne.

  Entschuldigt meinen Ton, aber ich bin wirklich enttäuscht. Als ich gestern abend unserem Wächter das Ergebnis mitteilte, konnte ich Tränen in seinen Augen erahnen. Er berichtete uns noch einmal aufgebracht von den "Ereignissen" 2005 und fügte hinzu: moi, même, j'ai perdu un frère la dernière foi. Und nur weil dieser zu einem ungfünstigen Zeitpunkt auf die Straße gegangen war.

Ich mache zum ersten Mal die Erfahrung, mich total unsicher zu fühlen, auch wenn ich hier zu hause keinerlei Angst um mich selbst habe. Aber Wut im Bauch über so viel Hilflosigkeit.

Nächstes mal hoffentlich erfreulichere Nouvelles aus Togo... 

Lasst von Euch hören!

18.10.07 14:48

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


vera (20.10.07 07:41)
quelles nouvelles! ich fühle mit dir. mitfiebern, hautnah miterleben - und nichts ändern können an den zuständen. das ist ein scheißgefühl, I know my dear. (siehe myanmar)
trotzdem: le monde se tourne et se tourne...et un jour, qui sais?
telefonieren wir mal? wäre schön. aber vielleicht müssen wir uns noch 3 wochen gedulden, wenn ich wieder das verlässliche internet in deutschland habe.
bisous, rewa


(4.11.07 16:24)
Ohje, Mascha, ich kann deine Wut auch verstehen. Es ist ein blödes Gefühl sich einfach ständig unsicher und machtlos zu fühlen....Aber daran wächst man auch irgendwie und lernt was über sich. Immer irgendwie versuchen die guten Seiten zu sehen!
Hoffentlich ist eure "Quarantäne" bald vorbei und die Situation bessert sich.
Pass auf dich auf!
Fühl dich umarmt,
Bontje

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