innside of life


Hallo allerseits, meine lieben!!!
Wie geht´s und steht´s an den Orten, wo ihr euch rumtreibt??? Bei euch alles in Ordnung?
Bei mir ist alles in Butter, wenn auch nicht allererste Sahne.
So, aber ich will jetzt mal die schon lange angekündigten Nachrichten meinerseits an den Mann bringen.
Das ist halt manchmal nicht so einfach in Argentinien, da denkt man einmal, heute wird´s was und dann gibt es plötzlich wiet und breit kein Internet. Oder man hat eben beim Praktikum sooo viel um die Ohren, weil die Argentinier auch nicht besonders weit vorausplanen, und es dann eben viel Stress gibt. Naja.. so sind sie halt hier, die guten alten Argentinier, mit denen wir Deutschen immerhin schon 150 Jahre befreundet sind (siehe Foto mir Kate und Rune vorm verhüllten Obelisken).

Meine vorherrschenden Eindrücke hier sind geprägt von viel Ineffizenz, täglich langen Busfahrten in Schrottbussen, Massenalternativität (was heißen soll, dass hier irgendwie alle so krass alternativ sind, so dass man das gar nciht mehr so nennen kann), überall funktionsuntüchtigen Geräten und anderen Dingen und viel Arbeit.

Neben dem Münzmangel, denn ohne Münzen kann man nicht Bus fahren, ist der Verkehr das größte Problem der Bonairenses. Aber ich kann behaupten, schon Auto gefahren zu sein, sowie als Fußgänger bisher heil über die Straße gekommen zu sein, und hin und wieder in den richtigen Bus zu steigen. Das Gute ist, dass wenn man gar keinen Bock mehr hat, man ein Taxi nehmen kann und es echt billig ist. Taxis gibt es nur dann nicht, wenns regnet. Dann nehmen nämlich alle ein Taxi.
Wenn ich von meinem neuen Zuhause zur Arbeit fhare brauche ich manchmal 40 Minuten und manchmal eine 1 1/2 Stunde, das hängt davon ab, ob gerade ein normaler Bus (wo auch die Sitzplätze so inneffizient verteilt sind, dass man eigentlich fast nie nen Platz bekommt), ein semirapido (halbschnell) oder ein rapido (schnell) vorbeikommt. Schon witzig. Ich arbeite außerhalb von der Hauptstadt Buenos Aires, in der Provinz. Das heißt, ich kenne mich hier mittlerweile recht gut aus, da mein Arbeitsweg nciht der kürzeste ist.

Mein neues Zu hause ist echt hübsch. Ich ohne zwar in einer Garage, hab die aber gestrichen, es sollte eigetnlich altrosa werden, ist aber rosa geworden... das sieht ziemlich witzig aus, eine rosane Garage... mir wurde auch des öfteren gesgat, dass es keiner Garage ähnelt, worüber ch sehr froh bin. Naja.. und meine Garage gehört zu einem Haus,was in BsAs auch ziemlcih schwer zu finden ist, so ein echtes Haus... zwischen den ganzen mehrstöckigen Gebäuden und Hochhäusern. Ich wohne mit einem Irländer zusammen, der über 2 m groß ist und studoert oder arbeitet, habs nicht so reht verstanden, außerdem mit einem Franzosen, der Filmproduzent ist udn in der Werbung arbeitet, mit einer Argentinierin, die Kunstkritik macht und einem Kanadier, der an der UBA tudiert. Bei mir gibt es eine wunderschöne hellblaue Küche (wo ich mich der Herausforderung gestellt habe, den Gasherd alleine anzumachen.. das konnte ich bisher nicht), einen 2 m² großen Garten im Hof vor der Küche, eine Dachterrasse mit Grill und vielen Zimmern. Im Sommer ein echter Genuss da zu wohnen. WObei man sich auch hier sicher sein muss, dass immer irgendetwas nciht funktioniert..., Internet, Warmwasser, Steckdosen.... So ist es auch bei mir auf Arbeit und überall. Das ist halt Argentinien.. und ziemlich anstrengend...

Übrigens.. nicht wundern.. ich schreib euch keine Adresse von hier, weil POst hier nur allerseltenst ankommt. Viele Postboten haben Briefmarken- oder Postkartensammlungen.

In der letzten Woche gab es einen Feiertag. Da bin ich glatt mal zum ersten Mal verreist. Es ging in den Süden von Argentinien. Das ist echt eine zielich weite Strecke, auf dem Rückweg waren wir 1 1/2 Tage unterwegs... superanstrengend... wenn auch im Coche Cama, im 1. Klasse-Bus. Ich war zuerst mit einer Holländerin von meiner Arbeit und dann mit Lea, Kathis Mitbewohnerin unterwegs. Gesehen hammer Wale, Pinguine, Lamas, Seeelefanten, Berge, Schnee, Wüste, Fluss, Walisische Kollonien, eine echte Familie aus dem Niemandsland mit Mapuche-Oma, einen Stadtführerhund, lauter Städte (oder Dörfer?) mit jeweils nur einer asphaltierten Straße, einen wunderschönen Nationalpark und viele andere hübsche Sachen. Gemach hammer folgendes: wir sind mit nem Boot Wale Fotografieren gefahren, wir sind einen Wasserfall auf eigene Faust hochgeklettert, haben ausgeschlafen, haben uns ein Auto ausgeliehen (gefahren ist aber ein Engländer), einmal sind wir für eine halbe Stunde getrampt, weil wir den Bus verpasst haben, sind gewandert.. naja.. und Bus gefahren.
Es war echt schön, wobei ich zugaben muss, froh zu sein, wieder am aktuellen Tagesgeschehen, am Arbeitsleben und der Welt teilzuhaben. Man ist weiter südlich von BsAs doch echt abgeschirmt vom Leben und von aktuellen Informationen, von Internet, vom Handynetz....
Aber.. es war schön! Und es hat sich gelohnt. Fotos könnt ihr im Flickr anschauen.

Nun verliere ich noch ein paar Worte über mein Praktikum und dann schneide ich weiter den Film (für mein Praktikum) über und für das lateinamerikanische Netzwerk der Künste und sozialer Veränderung. Klingt cool, wat?
Also... wie gesagt, viel funktioniert hier nicht. Ich arbeite als Assistentin vond er Direktorin der Stiftung. Die ist echt gut, wenn es nicht um "Führung". Das macht sie eben nicht so gut, worunter ich manchmal leide. Zuerst hatte ich auch nur Sekretärinnenaufgaben, bis ich irgendwann den Sprung in die Unabhängigkeit geschafft habe :-) Ich arbeite jetzt auch für die Red Latinoamericana de Arte y Transformación Social (Lateinamerikanisches Netzwerk der Künste und sozialer Veränderung) un nehme manchmal an Workshops für die Kinder teil. ZUr Zeit bin ich sogar so enthusiastisch, dass ich mir vorstellen kann, so eine Art Praktikum oder Arbeit in Zukunft nochmal zu machen. Die brasilianschen Organisationen sind nämlich auch ganz vorne, super interessante Projekte, super talentierte Kinder und Jugendliche. Ich kann mir ja gerade alles beim Video Bearbeiten anschauen.

So... soweit von mir. Ich freue mich auch über eure Nachrichten. Entschuldigung, wenn ich mich lange nciht melde, das liegt dann daran, dass ich echt viel arbeite und letze Woche lags daran, dass ich von der Welt abgeschnitten war.


Liebste Grüße.. ich denke gerade etwas melancholisch an Passau und an euch! Ich freue mich, euch bald zu sehen!


Eure Vicky

26.10.07 16:05

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Rune (28.10.07 02:40)
Hey Vickyzita! Voll schön, so ausführlich von dir zu hören!!! Uau, der Trip hört sich toll an... Und es freut mich total, dass Du auf Arbeit jetzt doch eigenständig und in Bereichen arbeiten kannst, die dir wirklich Spass machen! Klingt super. Te adoro, saudades....
bjaozao


dasHaus (29.10.07 19:51)
Was war mit dem Vogelmord? Bitte Nachtrag.

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