innside of life

juan carlos

1 Kommentar 5.11.07 15:53, kommentieren


Hallo allerseits, meine lieben!!!
Wie geht´s und steht´s an den Orten, wo ihr euch rumtreibt??? Bei euch alles in Ordnung?
Bei mir ist alles in Butter, wenn auch nicht allererste Sahne.
So, aber ich will jetzt mal die schon lange angekündigten Nachrichten meinerseits an den Mann bringen.
Das ist halt manchmal nicht so einfach in Argentinien, da denkt man einmal, heute wird´s was und dann gibt es plötzlich wiet und breit kein Internet. Oder man hat eben beim Praktikum sooo viel um die Ohren, weil die Argentinier auch nicht besonders weit vorausplanen, und es dann eben viel Stress gibt. Naja.. so sind sie halt hier, die guten alten Argentinier, mit denen wir Deutschen immerhin schon 150 Jahre befreundet sind (siehe Foto mir Kate und Rune vorm verhüllten Obelisken).

Meine vorherrschenden Eindrücke hier sind geprägt von viel Ineffizenz, täglich langen Busfahrten in Schrottbussen, Massenalternativität (was heißen soll, dass hier irgendwie alle so krass alternativ sind, so dass man das gar nciht mehr so nennen kann), überall funktionsuntüchtigen Geräten und anderen Dingen und viel Arbeit.

Neben dem Münzmangel, denn ohne Münzen kann man nicht Bus fahren, ist der Verkehr das größte Problem der Bonairenses. Aber ich kann behaupten, schon Auto gefahren zu sein, sowie als Fußgänger bisher heil über die Straße gekommen zu sein, und hin und wieder in den richtigen Bus zu steigen. Das Gute ist, dass wenn man gar keinen Bock mehr hat, man ein Taxi nehmen kann und es echt billig ist. Taxis gibt es nur dann nicht, wenns regnet. Dann nehmen nämlich alle ein Taxi.
Wenn ich von meinem neuen Zuhause zur Arbeit fhare brauche ich manchmal 40 Minuten und manchmal eine 1 1/2 Stunde, das hängt davon ab, ob gerade ein normaler Bus (wo auch die Sitzplätze so inneffizient verteilt sind, dass man eigentlich fast nie nen Platz bekommt), ein semirapido (halbschnell) oder ein rapido (schnell) vorbeikommt. Schon witzig. Ich arbeite außerhalb von der Hauptstadt Buenos Aires, in der Provinz. Das heißt, ich kenne mich hier mittlerweile recht gut aus, da mein Arbeitsweg nciht der kürzeste ist.

Mein neues Zu hause ist echt hübsch. Ich ohne zwar in einer Garage, hab die aber gestrichen, es sollte eigetnlich altrosa werden, ist aber rosa geworden... das sieht ziemlich witzig aus, eine rosane Garage... mir wurde auch des öfteren gesgat, dass es keiner Garage ähnelt, worüber ch sehr froh bin. Naja.. und meine Garage gehört zu einem Haus,was in BsAs auch ziemlcih schwer zu finden ist, so ein echtes Haus... zwischen den ganzen mehrstöckigen Gebäuden und Hochhäusern. Ich wohne mit einem Irländer zusammen, der über 2 m groß ist und studoert oder arbeitet, habs nicht so reht verstanden, außerdem mit einem Franzosen, der Filmproduzent ist udn in der Werbung arbeitet, mit einer Argentinierin, die Kunstkritik macht und einem Kanadier, der an der UBA tudiert. Bei mir gibt es eine wunderschöne hellblaue Küche (wo ich mich der Herausforderung gestellt habe, den Gasherd alleine anzumachen.. das konnte ich bisher nicht), einen 2 m² großen Garten im Hof vor der Küche, eine Dachterrasse mit Grill und vielen Zimmern. Im Sommer ein echter Genuss da zu wohnen. WObei man sich auch hier sicher sein muss, dass immer irgendetwas nciht funktioniert..., Internet, Warmwasser, Steckdosen.... So ist es auch bei mir auf Arbeit und überall. Das ist halt Argentinien.. und ziemlich anstrengend...

Übrigens.. nicht wundern.. ich schreib euch keine Adresse von hier, weil POst hier nur allerseltenst ankommt. Viele Postboten haben Briefmarken- oder Postkartensammlungen.

In der letzten Woche gab es einen Feiertag. Da bin ich glatt mal zum ersten Mal verreist. Es ging in den Süden von Argentinien. Das ist echt eine zielich weite Strecke, auf dem Rückweg waren wir 1 1/2 Tage unterwegs... superanstrengend... wenn auch im Coche Cama, im 1. Klasse-Bus. Ich war zuerst mit einer Holländerin von meiner Arbeit und dann mit Lea, Kathis Mitbewohnerin unterwegs. Gesehen hammer Wale, Pinguine, Lamas, Seeelefanten, Berge, Schnee, Wüste, Fluss, Walisische Kollonien, eine echte Familie aus dem Niemandsland mit Mapuche-Oma, einen Stadtführerhund, lauter Städte (oder Dörfer?) mit jeweils nur einer asphaltierten Straße, einen wunderschönen Nationalpark und viele andere hübsche Sachen. Gemach hammer folgendes: wir sind mit nem Boot Wale Fotografieren gefahren, wir sind einen Wasserfall auf eigene Faust hochgeklettert, haben ausgeschlafen, haben uns ein Auto ausgeliehen (gefahren ist aber ein Engländer), einmal sind wir für eine halbe Stunde getrampt, weil wir den Bus verpasst haben, sind gewandert.. naja.. und Bus gefahren.
Es war echt schön, wobei ich zugaben muss, froh zu sein, wieder am aktuellen Tagesgeschehen, am Arbeitsleben und der Welt teilzuhaben. Man ist weiter südlich von BsAs doch echt abgeschirmt vom Leben und von aktuellen Informationen, von Internet, vom Handynetz....
Aber.. es war schön! Und es hat sich gelohnt. Fotos könnt ihr im Flickr anschauen.

Nun verliere ich noch ein paar Worte über mein Praktikum und dann schneide ich weiter den Film (für mein Praktikum) über und für das lateinamerikanische Netzwerk der Künste und sozialer Veränderung. Klingt cool, wat?
Also... wie gesagt, viel funktioniert hier nicht. Ich arbeite als Assistentin vond er Direktorin der Stiftung. Die ist echt gut, wenn es nicht um "Führung". Das macht sie eben nicht so gut, worunter ich manchmal leide. Zuerst hatte ich auch nur Sekretärinnenaufgaben, bis ich irgendwann den Sprung in die Unabhängigkeit geschafft habe :-) Ich arbeite jetzt auch für die Red Latinoamericana de Arte y Transformación Social (Lateinamerikanisches Netzwerk der Künste und sozialer Veränderung) un nehme manchmal an Workshops für die Kinder teil. ZUr Zeit bin ich sogar so enthusiastisch, dass ich mir vorstellen kann, so eine Art Praktikum oder Arbeit in Zukunft nochmal zu machen. Die brasilianschen Organisationen sind nämlich auch ganz vorne, super interessante Projekte, super talentierte Kinder und Jugendliche. Ich kann mir ja gerade alles beim Video Bearbeiten anschauen.

So... soweit von mir. Ich freue mich auch über eure Nachrichten. Entschuldigung, wenn ich mich lange nciht melde, das liegt dann daran, dass ich echt viel arbeite und letze Woche lags daran, dass ich von der Welt abgeschnitten war.


Liebste Grüße.. ich denke gerade etwas melancholisch an Passau und an euch! Ich freue mich, euch bald zu sehen!


Eure Vicky

2 Kommentare 26.10.07 16:05, kommentieren

Africa news II
 
Hier ist ein Tag so saumäßig schön, wie manche Momente furchtbar sind!
Gestern haben wir einen afrikanischen Strandausflug gemacht, Melanie aus dem Institut, ihre Gastfamilie und ich. d.h. : mind. 2 Taxiladungen von Leuten in einem Taxi untergebracht, ein ganzes Festmahl unterm Arm geklemmt. Maman ist erst einmal eine Stunde später zum Taxitreffpunkt getrudelt, weil sie noch so viel kochen musste. Ich habe das Gefühl, man geht nirgendwo länger als eine Stunde hin, ohne mindestens ein komplettes Abendessen im Gepäck. Melanie und ich waren natürlich wieder die einzigen, die Schwimmen gegangen sind. Maoli, Melanies Freund hat mir erklärt, dass ein Kind, das Schwimmen geht, seinen Eltern signalisiert, dass es sie verlassen wird. Weil die Togoer, die nicht schwimmen können, was die Mehrheit ist, davon ausgehen, dass das Meer sie einfängt und nicht mehr hergibt. 
Nach und nach trauten sich dann doch ein paar Familienmitglieder sich samt ihrer Klamotten an den Strand zu legen und sich immer wieder von den Wellen überspülen zu lassen. Was anderes kann man hier auch kaum machen, weil die Strömung wirklich unglaublich stark ist.
Die Leute hängen einfach so am Strand rum und picknicken, in angemessenem Sicherheitsabstand vom Wasser. Vorbei läuft alles, was das Herz begehrt. Taschentücher, Orangen, Flipflops... Orangen sind hier übrigens der Hit. Sie werden ganz dünn geschält, oben ein Loch hineingeschnitten und dann ausgelutscht. Den ganzen Tag gibt es auf der Straße vor dem Institut also frischen Orangensaft.
Später sind Melanie und ich am Strand geritten, Barfuß... Yeah!
Nur, dass den Tieren die Knochen unter dem Fell hervorstehen und meines sogar im Maul blutete. Die „Reiterjungs“ treiben die Tiere den ganzen Tag im Galopp über den Strand bis jemand schreit, dass er reiten möchte und dann wird der Preis verhandelt. 
Am Strand vegetieren aber auch die Obdachlosen und Geisteskranken vor sich hin.
Als ich die Maman fragte, was mit der Frau sei, die da seit Stunden in der Sonne lag und total weggetreten wirkte oder ein ziemlich abgemagerter Mann, der sich versuchte im Meer zu waschen, sagte sie nur: die sind nicht normal. Das ist ein großes Problem hier, dass Behinderte und psychisch Kranke keine Akzeptanz finden und meistens von ihren Familien versteckt werden. Neulich hat eine Frau ihr Projekt bei uns vorgestellt, die Behinderte betreut und nun mit ihnen eine Theateraufführung im Institut plant, um in der Öffentlichkeit zu zeigen, qu’il peuvent faire des choses.
Natürlich gibt es auch einen eingezäunten „Crystal Plage“, zu dem nur Reiche Togoer und Weiße Eintritt bekommen. Schattenplatz für 4000, wer in der Sonne bleibt, spart 2000. Als Vergleich: Melanies Familie lebt ca. eine halbe Stunde vom Strand. Das Taxi hin- und her hat für alle 3000 gekostet.

 Na dann, wünsche ich den Iberoverrückten ein schönes Wiedersehen und uns Normalos nicht allzuviel Sehnsucht!

Lasst mal wieder von Euch hören! 
 
 

2 Kommentare 17.9.07 09:55, kommentieren

News aus Afrique:

 

Mal gespannt, ob sie Euch erreichen werden, habe allerdings erst einen Stromausfall miterlebt. Das ist hier alles halt a weng afrikanisch. Im Moment kannst du zum Beispiel nicht aus Togo hinaustelefonieren, denn es wird schon einmal für die Parlamentswahlen geübt, die in drei Wochen geplant sind. Das Telekommunikationsministerium kappt dann nämlich üblicherweise alle internationalen Leitungen. Muss ja auch nicht jeder wissen, wie viel Spaß demokratische Wahlen in Togo machen. Die Goethestagiaires haben während der Présidentielles 2005 Asyl in Ghana gesucht, weil die deutsche Botschaft ihrerseits einem Oppositionskandidaten Exil gewährt hatte....

Aber diesmal wird alles gut, sagt die UN! Ca va aller!

Nachdem ich den ersten Schock über den ganzen Dreck und das Chaos (was eigentlich gar keines ist, sich nur meines Fassungsvermögens entzieht) überwunden habe, habe ich eigentlich viel zu lachen. Über die Pfützen, die das Moped fast umhauen und auch das ständige „Yovo“, was wohl „Weiße“ heißt, auch wenn die Taxis dir beinahe die Füße abfahren, ca va aller. Auch Handeln geht schon ganz gut. Die Jungs versuchen eben ständig, Dich abzuziehen, prix de yovo, eben.  aber es gibt da auch ganz gute Tricks. Gestern war ich das erste Mal am Strand mit einer anderen Praktikantin und Giselle aus Togo, auch eine Kollegin. Wir düsen zu siebt im Taxi bei französischem Schlager aus der Stadt heraus, während ich das Gefühl hatte, jeden Kiesel unterm Hintern zu fühlen. Schon witzig, irgendwie. Und auf der Rückfahrt wollte der Fahrer dann gleich mal über tausend Francs mehr haben, weil er uns Weiße gesehen hatte. Beim nächsten Taxi haben wir uns einfach so lange versteckt, bis Giselle den Preis ausgehandelt hatte.

Ansonsten ist das schon Afrika aus dem Bilderbuch (wenn man sich den Dreck und Gestank wegdenkt). Die Leute haben wirklich Humor und lachen viel mehr, auch wenn sie im Moment eigentlich nüscht zu lachen hätten. Die wollen Dir immer irgendwie helfen oder deine „Connaissance“ machen, also die Jungs jedenfalls. Für alle Passaufrustrierten: Hier könnt Ihr an jeder Straßenkreuzung eine Nummer einsacken. Aber bitte nicht anrufen, sonst evtl. Heiratsantrag inklusive.

Und das Getanze ist auch nicht nur ein Klischee. Samstag war ich mit Ingrid (Mitbewohnerin und Mitpraktikantin) in der Disse. Meine Güte! Shake dat ting. Dann muss immer einer in die Mitte und hat seine 15 minutes of fame. Und die gehen ab.

Bin froh, Ingrid zu kennen. Viele andere Deutsche bleiben nämlich unter sich und gehen nur zum Weißenstrand und würden nie mit Togoern ausgehen. Aber Ingrid kennt eine ganze Gruppe von Leuten und da habe ich mich total sicher gefühlt. Alleine hätten wir natürlich nicht gehen können.

Selbst am Strand wurden ab 15 Uhr die Booties geshaked. Ingrid und ich haben uns dann von ein paar Kindern mitreißen lassen und der halbe Strand hat uns ausgelacht, als wir versucht haben, einigermaßen den Hintern zu bewegen. Da sind halt keine Yovos und die tanzen schon gar nicht. Und die Babies: zum Knutschen. Ein Mädchen hat ganz ungläubig meine Leberflecken angestarrt und gefragt, was ich denn da Komisches hätte. Und als ich später ein kleines Kind gesucht habe, die mit uns mitgefahren ist, fasst sie meinen Arm an und dann ihren und fragt, ob das Mädchen so sei wie ich, oder wie sie. Ich nehme ein paar mit, ne Caro?

 Dann waren wir Schwimmen und auf einmal drehe ich mich um und sehe den ganzen Strand gesäumt mit Leuten und Kindern, die sich über die komischen Yovos wundern und uns, wieder einmal, auslachen. Komme mir hier manchmal vor, wie ein Ausstellungsstück.  

Lasst uns doch bald mal skypen. Kann eigentlich immer zwischen 14 und 16 Uhr ins Internet. Zeitzone GMT –1, also zwei Stunden hinter Bayern.

Habe große Lust, euch mal zu hören.

Gros bisous

1 Kommentar 11.9.07 13:03, kommentieren

brrr...

bbbbrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr

kati wohnt in einem Eisloch, sag mal wie biste hier eigentlich lebend rausgekommen? Tempertur drinnen = Temperatur draußen. Boa, wie soll man das denn aushalten? Meine Nase gleicht einem Wasserfall und mein Hals fühlt sich an wie Schmirgelpapier. Vicky: bring dir ungefähr 10000 Wollpullis mit, dann lässt es sich unter Umständen aushalten. Ich bin schon halb tot, also falls ihr nix mehr von mir hört: ich wünsch mir eine Beerdigung mit Sommerblumen.

Christine

25.7.07 20:40, kommentieren

3 Kommentare 4.5.07 01:14, kommentieren